Autor Harald Schneider

Spannend - Skurril - Humorvoll

Pälzer Krischer 2022

Pälzer Krischer

Ich freue mich, der PÄLZER Krischer des Jahres 2022 sein zu dürfen!

Der Karnevalsorden Pälzer Krischer wird durch den ältes­ten Ludwigshafener Karnevalsverein KV Rheinschanze 1877 e.V. all­jähr­lich an Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport ver­lie­hen, die sich als soge­nann­te „Stimme der Pfalz“ ver­dient gemacht haben.

Der Pälzer Krischer in Wikipedia.

Infos zum Pälzer Krischer beim KV Rheinschanze 1877.

Eine Auswahl der bis­he­ri­gen Preisträger:

1977 Helmut Kohl, spä­te­rer Bundeskanzler

1978 Fritz Walter, Fußballweltmeister

1984 Werner Ludwig, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen am Rhein

1992 1. FC Kaiserslautern, Deutscher Fußballmeister 1951, 1953, 1991 und 1998

1995 Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

1996 Otto Georgens, Weihbischof der Diözese Speyer

2002 Kurt Beck, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz

2008 Bernhard Hoëcker, Schauspieler, Komiker und Moderator

2017 Die anony­me Giddarischde, Mundartband

2021 Jutta Steinruck, Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen am Rhein 

Die Palzki-Kids auf Geisterjagd

Cover Palzki-Kids Band 3

Neuerscheinung 01.09.2021

Hardcover, A5, 104 Seiten, Agiro Verlag
ISBN 978–3‑946587–31‑6, 12,90 €

Lesealter: 2. – 6. Klasse

Ein span­nen­des, unter­halt­sa­mes Mitmach-Buch für jun­ge Krimifans

Ein schein­bar lang­wei­li­ger Tag steht Melanie und Paul bevor: Ihre Tante fei­ert in einem Bad Dürkheimer Restaurant ihren 60. Geburtstag. Doch als die zwei Kids die Umgebung rund um das Riesenfass erkun­den, ent­de­cken sie eine mys­te­riö­se Hotelruine, in der unheim­li­che Dinge geschehen …


Ohne dei­ne tat­kräf­ti­ge Unterstützung wer­den es die Palzki-Kids kaum schaf­fen, das gefähr­li­che Abenteuer heil zu über­ste­hen. Rund 100-mal kannst du in die­sem inter­ak­ti­ven Buch ent­schei­den, wie die Geschichte wei­ter­geht! Insgesamt gibt es meh­re­re Billionen Lese-Möglichkeiten – und nicht immer wird dei­ne Wahl die rich­ti­ge sein.


Wenn du es schaffst, gemein­sam mit den Palzki-Kids das Geheimnis des alten Hotels zu lüf­ten, wirst du am Ende zum Meisterdetektiv beför­dert. Außerdem bekommst du zur Belohnung zwei Schülerstreiche.

www.palzki-kids.de


Weitere Informationen und Leseproben unter dem Menü Bücher.

Neue Palzki-Kids-Seite für Schüler

Das nach­hal­ti­ge Leseförderungskonzept auf www.palzki-kids.de geht an den Start!

Palzki-Kids Internetseite

Palzki-Kids – die nach­hal­ti­ge und inter­ak­ti­ve Leseförderung für alle Schularten

Kostenloser Schnupperbonus bis Herbst 2021: Aufgrund der anhal­ten­den Pandemie habe ich beschlos­sen, sämt­li­che Inhalte bis Herbst 2021 kos­ten­los frei­zu­schal­ten. Selbst wenn bei einem Beitrag “Passwort nötig” steht, lässt er sich zur­zeit ohne Passwort öffnen.


Traditionelle Leseförderung:

Ein Autor stellt vor einer Schulklasse sein aktu­el­les Kinderbuch vor. In den Folgewochen wer­den meh­re­re Bücher, meist von bil­dungs­na­hen Familien gekauft. Der gewünsch­te Effekt der Steigerung der Lesekompetenz ist nach weni­gen Wochen kaum noch nachweisbar:

Das inno­va­ti­ve Palzki-Kids-Modell mit beglei­ten­dem Onlineangebot:

Mit einer inter­ak­ti­ven Performance, die seit 2003 über 25.000 Schüler begeis­tert hat, wer­den in einer Schulveranstaltung (auch Großlesungen mög­lich) die Grundlagen für eine dyna­mi­sche und nach­hal­ti­ge Leseförderung gelegt. Durch die grup­pen­dy­na­mi­sche Einbindung aller Schüler in die Handlung, wer­den selbst bis­he­ri­ge Nichtleser moti­viert, in das Geschehen mit einzugreifen.

Als Belohnung für die erfolg­rei­che akti­ve Teilnahme erhal­ten sämt­li­che Schüler neben einem lus­ti­gen Schülerstreich ein Lesezeichen mit spe­zi­el­lem Meisterdetektiv-Code. Mit die­sem Code wird eine bidi­rek­tio­na­le und dau­er­haf­te Brücke zwi­schen der Bücherwelt und dem Internet installiert.

Nach der Schulveranstaltung fin­det der Übergang ins Online-Portal statt. In dem neu ent­wi­ckel­ten Internetauftritt www.palzki-kids.de kön­nen Schüler der Klassenstufen 2 – 6 neben den vor­han­de­nen, frei ver­füg­ba­ren Angeboten, dau­er­haft kos­ten­los wei­te­re für sie inter­es­san­te und auf die Schulveranstaltung auf­bau­en­de Inhalte freischalten.

Lesen – Hören – Sehen

Diese Online-Vorteile haben die Schüler zusätz­lich zur Schulveranstaltung:

  • Weitere abge­schlos­se­ne inter­ak­ti­ve Detektivabenteuer mit den Palzki-Kids
  • Dutzende Ratekrimis zum Selberraten und jede Menge Schülerstreiche
  • Mehrere E‑Books der Ratekrimireihe „Die wil­den Vier“ in por­tio­nier­ten Lesehäppchen
  • Videoworkshops: Wie schrei­be ich mei­nen eige­nen inter­ak­ti­ven Krimi
  • Ständig neue Buchempfehlungen

… und das dau­er­haft ohne Registrierung und Fremdwerbung (aus­schließ­lich Buchverkauf Palzki-Kids). Die Besucher der Online-Seite blei­ben anonym.

Sämtliche Inhalte dür­fen zur Vor- und Nachbereitung dau­er­haft kos­ten­frei im Unterricht genutzt wer­den. Fast alle oben genann­ten Angebote sind als Texte ver­füg­bar. Teilbereiche wer­den als Audiodateien ange­bo­ten, die Videoworkshops als mp4-Dateien. Den Schülern wird ein abwechs­lungs­rei­cher und kurz­wei­li­ger Medienmix ange­bo­ten, der stän­dig ergänzt und erwei­tert wird.

Die Aufgabe die­ses Online-Portals ist es, Offline-Lesungsveranstaltungen nach­hal­ti­ger wir­ken zu las­sen und die Schüler dau­er­haft mit Literatur zum Lesen zu motivieren.

Kooperationen mit Büchereien und ande­ren Einrichtungen sind in der Vorbereitung.

Bei Interesse mel­den Sie sich bit­te unter lesefoerderung@palzki.de. Los geht’s ab sofort.

Ratekrimi Nr. 17

Freiheitsstatue

Palzki und Christoph Kolumbus

Autor: Harald Schneider

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Es hät­te so ein schö­ner Tag wer­den können.

Die Fasnachtszeit zähl­te zu den stres­sigs­ten Wochen im Leben eines Polizeibeamten. Dies galt nicht nur für die Schutzpolizei, die regel­mä­ßig kilo­wei­se Führerscheine beschlag­nahm­te oder alko­ho­li­sier­te Streithähne tren­nen muss­te, son­dern auch für uns bedau­erns­wer­te Kriminalpolizisten. Zum einen lag das an immer erfin­dungs­rei­che­ren Ganoven, die die Zeit der Verkleidung und damit lega­len Vermummung für aller­hand unge­setz­li­ches Tun nutz­ten, zum ande­ren an mei­nem Chef.

Klaus P. Diefenbach, den wir wegen sei­ner Initialen nur KPD nann­ten, war eine Sache für sich. Als Dienststellenleiter konn­te er sich so man­chen Spleen leis­ten, bei dem man in der frei­en Wirtschaft sofort hoch­kant aus dem Unternehmen geflo­gen wäre. Einer sei­ner noch eher harm­lo­se­ren Spleens waren sei­ne spek­ta­ku­lä­ren Verkleidungen anläss­lich des jähr­li­chen Polizeiballs, den er als Schirmherr im Mutterstadter Palatinum mitveranstaltete.

Im letz­ten Jahr trat er als Napoleon Bonaparte auf und hielt sogar eine Büttenrede, in der der Feldherr eine gro­ße Rolle spiel­te. Etwas ange­säu­ert war er aller­dings, als wir ihn, zuge­ge­be­ner­ma­ßen nicht mehr ganz nüch­tern, am Ende der Veranstaltung in einen Polizeitransporter brin­gen woll­ten, um ihn zwecks Verbannung nach St. Helena zu verschiffen.

Mindestens zwei Wochen vor dem Polizeiball begann er wäh­rend der Dienstzeit durch die Flure zu strei­fen, um allen sei­ne neue Verkleidung vor­zu­stel­len. Heute war ich an der Reihe.

»Wie kom­men Sie denn hier her­ein?«, frag­te ich über­rascht, als KPD in mein Büro trat. »Bettler und Hausierer haben in der Dienststelle kei­nen Zutritt.«

KPD hat­te die Anspielung nicht ver­stan­den. »Aber ich bin’s doch, Ihr lie­ber und guter Chef.« Zur Verdeutlichung setz­te er sei­nen selt­sam geform­ten Hut ab.

»Ach ja, jetzt erken­ne ich Sie«, frot­zel­te ich wei­ter. »Was macht Ihr Friseur eigent­lich im Hauptberuf?«

»Das ist eine Perücke, Palzki«, erwi­der­te KPD. »Dieses Jahr bin ich Christoph Kolumbus, der Entdecker Amerikas.«

»Das ist aber falsch«, ant­wor­te­te ich schlag­fer­tig. »Die Wikinger waren 500 Jahre schneller.«

KPD wisch­te mein Argument mit einer Handbewegung zur Seite. »Mit Kolumbus begann die Besiedlung Amerikas und nur das zählt.« Die Ureinwohner erwähn­te er nicht. KPD schritt mit her­aus­ge­streck­ter Brust in mei­nem Büro auf und ab. »Die his­to­ri­sche Kleidung ist lei­der wenig kom­for­ta­bel und recht schwer. Damit wer­de ich mich lei­der abfin­den müs­sen. Dieses Jahr wird es auf dem Ball ein wei­te­res Highlight geben, Palzki: Ich habe rund ein Dutzend Beamte abkom­man­diert, um ein ver­klei­ner­tes Modell der Santa Maria nach­zu­bau­en. Auf die­sem Schiff hal­te ich dann mei­ne Büttenrede. Von der Geburt Kolumbus in Genua, die aller­dings etwas im Geheimnisvollen liegt, über die Entdeckung Bahamas im Oktober 1492. Bei sei­ner vier­ten und letz­ten Reise erkun­de­te er die mit­tel­ame­ri­ka­ni­sche Festlandküste zwi­schen Honduras und Panama. Dort ent­deck­te er zufäl­lig den Panamakanal, also die Seeverbindung zwi­schen Atlantik und dem Pazifik. Zu Lebzeiten hat es Kolumbus aber nicht mehr bis in den Pazifik geschafft.«

»Das wird bestimmt eine tol­le Büttenrede«, sag­te ich iro­nisch. Unter zwei Promille Alkoholspiegel dürf­te sie töd­lich sein, dach­te ich gehäs­sig. Außerdem freu­te ich mich dar­auf, wenn man mei­nen Chef nach sei­ner Rede auf einen unge­heu­ren Fehler auf­merk­sam mach­te. Vorfreude war doch immer noch die größ­te Freude.

Ratekrimi Nr. 32

Spargel

Palzki und der Chefkoch

Autor: Harald Schneider

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Es hät­te so ein schö­ner Tag wer­den können.

Der Juni ende­te mit einer gran­dio­sen Hitzewelle, so heiß war schon seit Jahrzehnten kein Juni mehr gewe­sen. Leider brach­ten auch die ers­ten bei­den Wochen des Folgemonats kei­ne wesent­li­che Besserung: Die Wetterprognosen lagen auch für die nächs­ten Tage rekord­ver­däch­tig hoch. Unser Rasen sah aus wie die Sahara und selbst mei­ne Frau Stefanie ver­zich­te­te auf­grund der extre­men Wetterlage dar­auf, mir einen Auftrag zur Bewässerung des Gartens zu ertei­len. Zu Hause hat­te ich mir vor Jahren ein klei­nes pri­va­tes Büro im Keller ein­ge­rich­tet, das ich bis­her man­gels Büroarbeiten nur homöo­pa­thisch nutz­te, das aber zur­zeit auf­grund der ange­neh­men Raumkühle als Rückzugsort her­vor­ra­gend geeig­net war. Die Betonung lag auf dem Wörtchen »war«, da mei­ne Frau die Vorzüge des Kellers eben­falls ent­deck­te und dort seit­dem ihre Bügelwäsche abar­bei­te­te, natür­lich mit dem ent­spre­chen­den Dampfdruckgerät.

Im Büro auf mei­ner Dienststelle war es fast nicht mehr aus­zu­hal­ten. Das lag zum einen an mei­nem Chef KPD, wie wir den Dienststellenleiter Klaus P. Diefenbach nann­ten. Dies war ein Dauerzustand, den es unab­hän­gig von der Wetterlage immer aus­zu­hal­ten galt. Zum ande­ren lag mein Büro aus­ge­rech­net auf der Südseite und durch das beschat­tungs­lo­se Panoramafenster knall­te die Sonne erbar­mungs­los auf mich nie­der, selbst das Furnier der Schreibtischplatte bekam ers­te Brandblasen.

Unser Chef hat­te es natür­lich bes­ser: Für sei­ne über­di­men­sio­nier­te Klimaanlage, die sein rie­si­ges Großraumbüro auf gefühlt knapp über den Gefrierpunkt abkühl­te, hat­te er den Stromanschluss der Dienststelle ver­stär­ken las­sen müs­sen. Nach Information des Hausmeisters benö­tig­te unse­re Dienststelle im Sommer mehr Strom als die Rheingalerie. Bisher war ich alles ande­re als froh gewe­sen, wenn KPD mich in sein Büro bestellt hat­te, da es immer mit etwas Unheilvollem ver­bun­den war. Und so war es auch die­ses Mal, glück­li­cher­wei­se konn­te ich mich so ein paar Minuten lang ark­ti­schen Temperaturen aus­set­zen, die es sonst nur in den Gefriertruhen der Supermärkte gab.

»Herr Palzki«, begrüß­te mich KPD, der einen schi­cken Schurwollanzug und ein lan­gärm­li­ges Hemd trug. »In der Arrestzelle sitzt Georg Daun. Gehen Sie run­ter und über­prü­fen Sie sein Alibi. Das ist extrem wich­tig für mich, machen Sie es des­halb sofort und danach mel­den Sie sich bei mir zum Rapport.«

Mir blieb nichts ande­res übrig, als zur Arrestzelle ins Untergeschoss zu gehen. Temperaturmäßig war es nicht ganz so unan­ge­nehm wie oben in mei­nem auf­ge­heiz­ten Büro. Georg Daun war Chefkoch und Inhaber des Ausfluglokals »Zum wil­den Hirsch« in Edigheim.

Daun konn­te sich durch­aus über eine stei­gen­de Beliebtheit sei­nes Etablissements freu­en, was an sei­ner exzel­len­ten Kochkunst lag. KPD pfleg­te regel­mä­ßig bei ihm zu spei­sen, aus die­sem Grund hat­te mein Chef mir die Vernehmung auf­ge­drückt. Georg Daun hat­te näm­lich mut­maß­lich eine wei­te­re Passion: Einbrüche in geho­be­nen Einfamilienhäusern. Erst der Zufall brach­te es ans Tageslicht, dass die Besitzer der aus­ge­raub­ten Wohnungen zur Einbruchszeit stets im wil­den Hirsch speisten.

Der Verdacht fiel dar­auf­hin schnell auf Daun, doch die­ser prä­sen­tier­te stets hieb- und stich­fes­te Alibis. Vor zwei Tagen kam es zum bis­her letz­ten Einbruch die­ser Art, der exakt in das glei­che Schema pass­te. Ich kon­fron­tier­te Daun mit die­sem Fall. »Ich hof­fe für Sie, dass Sie wie­der ein erst­klas­si­ges Alibi haben. Sie kön­nen sicher sein, dass ich es äußerst peni­bel über­prü­fen werde.«

Der Chefkoch lächel­te sie­ges­si­cher. »Aber Herr Palzki, hat sich mein Alibi in der Vergangenheit ein ein­zi­ges Mal als falsch erwie­sen? Warum glau­ben Sie und Herr Diefenbach mir nicht, dass ich unmög­lich Ihr gesuch­ter Täter sein kann.« Nach einem fet­ten Grinsen leg­te er los: »Zu der Zeit, als der Einbruch geschah, war ich auf dem Wochenmarkt und habe dort fri­schen Spargelsalat und Radieschen gekauft. Sie wis­sen ja, dass ich mei­ne Ware tages­frisch bezie­he. Manchmal fehlt etwas, das besor­ge ich dann höchst­per­sön­lich auf dem Markt, denn ich ach­te sehr auf Qualität.«

Ich starr­te ihn pro­vo­zie­rend an. »Können Sie mir Zeugen nen­nen, die Sie auf dem Wochenmarkt gese­hen haben?«

»Aber Herr Palzki«, ant­wor­te­te Daun. »Mich haben jede Menge Leute gese­hen, ob die sich jedoch an mich erin­nern, kann ich natür­lich nicht sagen, das ist aber schließ­lich Ihre Aufgabe.«

Bisher war ich mit der gan­zen Befragung alles ande­re als zufrie­den. »Selbst die Marktbeschicker wer­den sich wahr­schein­lich kaum dar­an erin­nern kön­nen, an wel­chem Tag Sie dort etwas gekauft haben oder nicht.«

Daun sah mich frech an. »Das ist nicht mein Problem, Herr Palzki!«

Ich bau­te mich her­aus­for­dernd vor ihm auf. »Dieses Mal haben Sie es ein­deu­tig zu weit getrie­ben, Herr Daun. Ihr Alibi ist auf jeden Fall falsch.«

Frage: Wo hat Georg Daun gelogen?

Ratekrimi Nr. 13

Astronaut

Palzki und der Astronaut

Autor: Harald Schneider

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Es hät­te so ein schö­ner Tag wer­den können.

Das Weltall hat­te schon immer eine mys­ti­sche Faszination auf mich aus­ge­übt. Sei es als klei­nes Kind beim Betrachten des nächt­li­chen Firmaments oder als Jugendlicher bei den vie­len Besuchen im Planetarium. Meine Eltern behaup­te­ten, mei­ne Neigung zu astro­no­mi­schen Themen wäre seit dem Tag mei­ner Geburt vor­han­den. Zugegeben, ich kam just in der Nacht der ers­ten Mondlandung im Jahre 1969 auf die Welt, doch zu die­sem Zeitpunkt war mir die­ses Ereignis noch so ziem­lich egal. Trotzdem, das Technik-Museum Speyer mit der größ­ten Weltraumausstellung Europas besuch­te ich auch als Erwachsener min­des­tens ein­mal im Jahr. Vor ein paar Jahren hat­te ich den Fehler gemacht, die Ausstellung zusam­men mit mei­nen Kindern zu besu­chen, doch so einen Fehler macht man kein zwei­tes Mal. Die Kinder, stän­dig von einer inner­li­chen Unruhe getrie­ben, ras­ten durch das Museum, um ja nichts zu ver­pas­sen und über­all gewe­sen zu sein. Als Erwachsener ließ man den Besuch eher geruh­sa­mer ange­hen und neig­te zudem dazu, die vie­len Erklärungen und Informationstafeln zu den Ausstellungsstücken zu lesen. Dies stand abso­lut im Widerspruch zu den Wünschen unse­rer Kinder, denen die Erklärungen fast immer egal waren.

Erfreut hat­te ich in der letz­ten Woche in der Zeitung gele­sen, dass ein Astronaut und Physiker nach Ludwigshafen in den Pfalzbau kam, um einen sei­ner Vorträge zu hal­ten. Der Name des Vortragenden sag­te mir zwar nichts, doch auch ich kann­te natür­lich nicht alle Experten aus die­sem Fach.

Voller Vorfreude fuhr ich an die­sem betref­fen­den Tag nach Ludwigshafen. Die Zahl der inter­es­sier­ten Zuhörer hielt sich lei­der stark in Grenzen, was mei­ne Erwartungshaltung aber nicht trübte.

John Walkings kam auf die Bühne und stell­te sich vor. Er war etwa 60 Jahre alt und wirk­te sehr fit. Zu Beginn zeig­te er ein Stück eines ori­gi­na­len Mondsteins. »Den habe ich von mei­nem Vater Elroy«, erklär­te er. »Elroy war ein Kamerad von Buzz Aldrin. Kennengelernt haben sie sich 1951 im Koreakrieg, als bei­de Kampfflieger waren.«

Natürlich wuss­te ich mit dem Namen Buzz Aldrin etwas anzu­fan­gen, doch Walkings erklär­te es für alle. »Buzz Aldrin war mit Apollo 11 der zwei­te Mann auf dem Mond, gleich nach Louis Armstrong. Als zwei­ter Mensch auf dem Mond ist er lei­der nicht so bekannt wie Armstrong.« Er schau­te sich um. »Weiß von Ihnen jemand, wie der drit­te Mann hieß, der bei der Apollo 11 Mission dabei war?«

Sofort streck­te ich mei­ne Hand und rief: »Michael Collins! «

Dass mich die ande­ren Zuhörer anstarr­ten, mach­te mir nichts aus. »Hervorragend«, ant­wor­te­te Walkings, kam zu mir und schüt­tel­te mir die Hand. »Collins hat den Mond aber nie selbst betre­ten. Er blieb in der Kommandokapsel und umrun­de­te mit ihr den Mond, wäh­rend Louis Armstrong und Buzz Aldrin den Mond betraten.«

Im Hintergrund lie­fen nun auf einer Leinwand alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen von der Mondlandung. Dann sah man einen Astronauten. Dieses Bild war sehr bekannt. Walkings trat erneut vor und erklär­te: »Fast jeder meint, die berühm­te Aufnahme zeigt Armstrong. Doch dies ist lei­der falsch. Die ers­te Aufnahme auf dem Mond, auf der ein Astronaut abge­bil­det ist, zeigt Buzz Aldrin. Es gibt fast kei­ne Aufnahme von Louis Armstrong auf dem Mond.«

Nun schlug Walkings einen Bogen zu sei­ner eige­nen Tätigkeit als Astronaut. Sie hat­te aber nichts mit den span­nen­den Apollo-Missionen zu tun, und auf dem Mond war er auch nicht. Dennoch war es inter­es­sant, aus dem Leben eines Astronauten berich­tet zu bekom­men. Blöderweise hat­te ich ein selt­sa­mes Gefühl in der Bauchgegend. Es lag nicht am Hunger, son­dern an einem Fehler in der Berichterstattung Walkings, der mich stut­zig gemacht hat­te. So etwas dürf­te eigent­lich nicht pas­sie­ren. Ob er wirk­lich der Experte war, für den er sich ausgab?

Ratekrimi Nr. 97

Schultafel

Palzki und der Mathelehrer

Autor: Harald Schneider

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Es hät­te so ein schö­ner Tag wer­den können.

Geht es Ihnen nicht auch manch­mal so wie mir? Da schuf­tet man die gan­ze Woche, schiebt Überstunden ohne Ende, damit die viel­fäl­ti­ge Gaunerschar in der Pfalz nicht über­hand­nimmt, kommt schließ­lich frei­tag­abends spät nach Hause, um das Wochenende mit der Familie zu genie­ßen, und dann das:

»Mein Fahrrad ist kaputt«, schall­te mir Pauls Stimme aus dem Wohnzimmer ent­ge­gen, wäh­rend ich mir im Flur die Schuhe auszog.

»Hallo Schatz«, begrüß­te mich eine Minute spä­ter mei­ne Frau Stefanie, »das Essen dau­ert noch eine Weile. Ich bin unse­rer Nachbarin Frau Ackermann über den Weg gelau­fen und ruck­zuck war der Nachmittag vor­bei.« Während mein Magen knurr­te und ich resi­gniert nick­te, ergänz­te sie: »Könntest du geschwind mal unter der Spüle nach­schau­en, ich glau­be, da tropft etwas.«

Von Tropfen konn­te nicht die Rede sein, es war eher ein Fließen. Der Putzeimer unter der Spüle war bereits halb mit Wasser gefüllt. Mit nas­sen Ärmeln setz­te ich mich nach einem erfolg­lo­sen Reparaturversuch an den Küchentisch, um in den Gelben Seiten nach einem geeig­ne­ten Handwerker zu suchen und ein wenig zu rege­ne­rie­ren. Da kam mei­ne zwölf­jäh­ri­ge Tochter und zog mir das Telefonbuch weg. »Du musst mir jetzt bei den Mathehausaufgaben hel­fen, Daddy.«

»Kannst du das nicht allein, Melanie?« Mein Versuch, mich mit dem Teufelszeug nicht befas­sen zu müs­sen, scheiterte.

»Ne, seit wir den neu­en Mathelehrer haben, raf­fe ich über­haupt nichts mehr. Manchmal den­ke ich, der redet chi­ne­sisch. Allen ande­ren in mei­ner Klasse geht es genauso.«

Aha, dach­te ich mit einer gewis­sen Genugtuung. Die Ausrede »allen ande­ren in mei­ner Klasse geht es genau­so« war wahr­schein­lich schon so alt wie es Schulen gab, um eige­ne Defizite den Eltern gegen­über abzu­schwä­chen. Ich ver­such­te, ihr ins Gewissen zu reden. »Melanie, mathe­ma­ti­sches Grundwissen ist im Leben sehr wich­tig. Ohne Zahlen geht es nicht. So schwie­rig ist das doch gar nicht. Das haben schon ganz ande­re Leute kapiert.«

Mein letz­ter Satz war ein Fehler. »Was hat­test du denn in Mathe?«, frag­te sie und grins­te mich gemein an.

Ich lief rot an, hof­fent­lich hat­te sie dies nicht bemerkt. »Ich war jeden­falls so gut, dass es für eine Karriere bei der Kriminalpolizei gereicht hat«, ent­geg­ne­te ich schnell.

Melanie ver­zich­te­te dar­auf, mir zu erläu­tern, dass Polizeibeamte alle­samt schlecht in Mathe sind. Sie schien mit den Gedanken woan­ders zu sein.

»Du, Daddy«, sag­te sie schließ­lich. »Irgendetwas stimmt mit unse­rem neu­en Lehrer nicht. Der ist nicht nur chao­tisch, son­dern kapiert das Zeug genau­so wenig wie wir. Ständig ver­bes­sert er sich im Unterricht und behaup­tet lau­fend was anderes.«

Ich zuck­te mit den Achseln. »So sind Lehrer halt mal. Da muss man durch.« Um Melanie etwas zu moti­vie­ren, bat ich sie, mir ihre Aufgaben zu zeigen.

»Das ist ein Arbeitsblatt, das er heu­te aus­ge­teilt hat.«

Oje, aus­ge­rech­net Geometrie. Ich las die ers­te Aufgabe: Gegeben ist ein Quadrat mit der Kantenlänge 5 Millimeter. Wie groß ist das Volumen? Die zwei­te Aufgabe war wil­der: Ein recht­wink­li­ges Dreieck hat einen Winkel mit 40 Grad. Wie groß sind die bei­den ande­ren Winkel?

Melanie sah mei­nen ver­zwei­fel­ten Gesichtsausdruck. »Weißt du jetzt, was ich mei­ne? Dann macht er lau­fend blö­de Witze. Heute mein­te er, ein Kreis mit 360 Grad wäre ganz schön heiß. Letzte Woche sag­te er zu uns, dass man 60-Grad-Wäsche recht­wink­lig zusam­men­le­gen sollte.«

Nachdenklich frag­te ich sie: »Seit wann habt ihr den Lehrer?«

»Seit drei Wochen, das soll ein Quereinsteiger sein. Er wohnt in Ruchheim.«

»Ich glau­be, ich wer­de ihn mir mal vor­knöp­fen müs­sen. Du hast übri­gens recht, Melanie: Das ist nie und nim­mer ein aus­ge­bil­de­ter Mathematiklehrer.«

Frage: Was war Palzki aufgefallen?

Ratekrimi Nr. 24

Museum

Palzki und der Goldene Hut

Autor: Harald Schneider

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Es hät­te so ein schö­ner Tag wer­den können.

Schifferstadt hat­te sei­ne Einmaligkeit im Rhein-Pfalz-Kreis ver­lo­ren. Denn vor vier Tagen wur­de auf der Gemarkung Fußgönheim ein wei­te­rer Goldener Hut gefun­den, der in Größe und Vollkommenheit dem Schifferstadter weit über­le­gen war. Bevor die­ses Prachtstück zu einer Untersuchung an eine renom­mier­te Universität geschickt wer­den soll­te, bekam die Bevölkerung heu­te die Gelegenheit, ihn im Heimatmuseum Fußgönheim im Hallberg Schloss besich­ti­gen zu kön­nen. Hätte sie zumin­dest, wäre nicht der Leiter des Heimatmuseums kalt­blü­tig ermor­det wor­den. Dem nicht genug, waren auch der wert­vol­le Hut und wei­te­re Ausstellungsstücke ver­schwun­den. Eine hal­be Stunde, nach­dem der tote Eberhard Deumann gefun­den wur­de, war ich als ermit­teln­der Kommissar vor Ort und konn­te mir ein ers­tes Bild von die­sem grau­sa­men Geschehen machen. Das hal­be Museum war ver­wüs­tet, es sah nach einem grö­ße­ren Kampf aus.

»Deumann wur­de mit einem Hammer oder einem ähn­li­chen Gegenstand erschla­gen«, berich­te­te mir einer der Spurensicherer. Daraufhin ver­zich­te­te ich, die Leiche anzu­schau­en. »Wurde nur die­ser Goldene Hut gestoh­len? «, frag­te ich eine in Tränen auf­ge­lös­te Museumsmitarbeiterin.

»Nein, es feh­len wei­te­re kost­ba­re land­wirt­schaft­li­che Exponate, um die uns die Kollegen der benach­bar­ten Museen schon lan­ge beneiden.«

Diesen Hinweis konn­te man nicht unbe­dingt als eine hei­ße Spur bezeich­nen, doch zumin­dest als Ermittlungsansatz war er zu gebrau­chen. Deshalb traf ich mich eine Stunde spä­ter mit Herrn Roy Illert, dem Chef des Mutterstadter Museums für Ortsgeschichte im alten Rathaus. »Wie Sie noch nicht wis­sen kön­nen, wur­de heu­te Morgen Ihr Kollege Deumann ermor­det und von dem neu gefun­de­nen Goldenen Hut fehlt jede Spur.«

Illert rang um Fassung. »Das darf doch nicht wahr sein! Eberhard war mein Freund und ein her­zens­gu­ter Mensch. Und nur wegen dem blö­den Ding wur­de er jetzt erschla­gen. Das gibt es doch nicht. Hoffentlich fin­den Sie bald den Mörder, und er bekommt sei­ne gerech­te Strafe.«

Er schüt­tel­te den Kopf und fing an zu wei­nen. Ich stell­te ihm noch ein paar Fragen, er konn­te mir aber in der Ermittlungssache nicht wei­ter­hel­fen. So fuhr ich etwas rat­los ins Schifferstadter Heimatmuseum. Stolz zeig­te mir der Leiter Fritz Benn die Kopie des Schifferstadter Goldenen Hutes.

»Ich kann­te Herrn Deumann kaum«, ant­wor­te­te er betrof­fen auf die Todesnachricht sei­nes Kollegen. »Damit so etwas Schreckliches bei uns nicht pas­sie­ren kann, wer­den wir in unse­rem Museum gleich nächs­te Woche eine Sicherheitsprüfung veranlassen.«

»Man sagt, dass es in Fußgönheim ein paar Ausstellungsstücke gibt, um die das Museum benei­det wurde.«

»Das stimmt, Herr Palzki. Das trifft aber auf jedes Museum im Landkreis zu. Wir haben auch sel­te­ne regio­na­le Exponate, die ande­re Museen lie­bend gern haben würden.«

»Wann waren Sie das letz­te Mal in Fußgönheim?«

Benn über­leg­te. »Das muss bestimmt ein Jahr her sein. Wir Museumsleiter tau­schen uns zwar in unse­rem Netzwerk regel­mä­ßig aus, aber meis­tens tref­fen wir uns in einem Restaurant in Maxdorf. Die letz­te Zusammenkunft fand vor zwei Monaten statt.« Ich bedank­te mich für die Auskünfte, jedoch kam ich auch in Schifferstadt nicht weiter.

Meine nächs­te Etappe war die his­to­ri­sche Schuhmacherwerkstatt in Dannstadt, auch wenn ich mir nicht rich­tig vor­stel­len konn­te, wozu man dort einen Goldenen Hut brauch­te. Ich kam eine Winzigkeit zu spät. Der ehren­amt­li­che Museumsvorsitzende Ricco Kassandro, den ich von unter­wegs tele­fo­nisch in die Werkstatt beor­dert hat­te, ver­starb in mei­nen Armen. Ich konn­te nichts mehr für ihn tun, sein Blutverlust war bereits zu groß gewe­sen. Mit letz­ter Kraft hauch­te er mir ein paar Worte ent­ge­gen: »Ich woll­te nicht, dass Deumann stirbt. Das war nicht mei­ne Schuld. Es war –«

Kassandro schluck­te Blut. »Ihn hat die Gier zer­fres­sen. Der Hut steht in –« Das waren sei­ne letz­ten Worte. Vor mir lag also der tote Mittäter. Inzwischen wuss­te ich aber, wer als Haupttäter infra­ge kam.

Frage: Wer war der Mörder von Eberhard Deumann?

Ratekrimi Nr. 47

Waffe und Geld

Palzki und der flüch­ten­de Bankräuber

Autor: Harald Schneider

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Es hät­te so ein schö­ner Tag wer­den können.

Von Selbstjustiz sind wir Polizeibeamte von Berufs wegen nicht sehr über­zeugt. Selbstverteidigung und Notwehrgründe waren zwar akzep­ta­bel, aber bei­spiels­wei­se einen flüch­ten­den Teenager, der im Supermarkt eine Dose Cola stiehlt, mit einem Wagenkreuz aus dem Hinterhalt her­aus nie­der­zumä­hen, nein, das ging wirk­lich zu weit. Aber lei­der sind auch wir Polizeibeamte nicht vor Überreaktionen gefeit. In der Ausbildung wird zwar die Besonnenheit als eine sehr wich­ti­ge Charaktereigenschaft eines Beamten her­aus­ge­stellt, im Berufsleben funk­tio­nier­te das aber im Eifer des Gefechts nicht immer. Zum Glück gab es in den letz­ten Jahren dies­be­züg­lich kei­ne Pannen, wie sie vor rund 20 Jahren pas­sier­te, als ein Polizeibeamter einem auf sei­nem Mofa flüch­ten­den 15-Jährigen hin­ter­her­schoss, bloß weil die­ser kein gül­ti­ges Versicherungskennzeichen besaß und die Verkehrskontrolle igno­rier­te. Das Projektil wur­de aus dem Hinterrad des Mofas geborgen.

Diese Gedanken schos­sen mir durch den Kopf, als die ers­te Meldung zu einem Überfall der Edigheimer Sparkasse in unse­rer Dienststelle ankam. Zwei Bankmitarbeiter sol­len dem Täter gefolgt und ihn über­wäl­tigt haben, als er auf sein Fluchtfahrrad stei­gen woll­te. Fahrräder als Fluchtfahrzeuge waren bei Bankräubern all­ge­mein beliebt, zumal man ver­fol­gen­de Polizeifahrzeuge bei guter Ortskenntnis leicht abschüt­teln konn­te. Da mei­ne Kollegen ander­wei­tig beschäf­tigt waren und an die­sem auf­ge­klär­ten Fall kein Interesse zeig­ten, mach­te ich mich auf den Weg zur Bank. Trotz des schnel­len Fahndungserfolgs war das Gebäude weit­räu­mig abge­sperrt. Anscheinend war es nicht klar, ob es sich bei dem Festgenommenen um einen Einzeltäter handelte.

Im Büro des Bankdirektors, der in die­sem Fall weib­lich war, traf ich auf zwei Kollegen, die den ver­meint­li­chen Räuber in Handschellen ver­nah­men. Die bei­den Sparkassenmitarbeiter, die den Täter gefan­gen hat­ten, waren dabei.

»Ich bin unschul­dig«, schrie der Verdächtige, der einen etwas ver­wahr­los­ten Eindruck mach­te und den ich auf Anfang 20 schätz­te. »Ich war über­haupt nicht in die­ser Bank.«

»Und wie kommt es, dass Sie die glei­che Jacke und die glei­che Mütze tra­gen wie der Täter? Schauen Sie sich das Bild unse­rer Überwachungskamera genau an, erken­nen Sie sich nicht wieder?«

»Das bin ich nicht!«, schrie die­ser. »Das Bild ist viel zu unscharf.« Insgeheim muss­te ich ihm recht geben. Nur mit viel Fantasie konn­te man eine gewis­se Ähnlichkeit abs­tra­hie­ren. Ich misch­te mich ein.

»Erzählen Sie, was aus Ihrer Sicht pas­siert ist.« Der Verdächtige beru­hig­te sich.

»Ich woll­te gera­de mein Fahrrad auf­schlie­ßen, da kamen die­se bei­den Verrückten ange­rannt und nah­men mich in die Zange.« Ich wand­te mich an die bei­den Bankangestellten. »Habt ihr das Geld sichergestellt?«

Sie schüt­tel­ten den Kopf. »Nein, da war noch ein Kerl. Die bei­den haben sich kurz unter­hal­ten und dann ist der ande­re weg­ge­rannt. Wir konn­ten nur einen der bei­den fest­hal­ten. Wahrscheinlich hat der ande­re das Geld.«

»Ihr spinnt alle«, unter­brach der Verdächtige. »Der Typ hat mich nur nach dem Weg gefragt. Ich ken­ne den über­haupt nicht.«

Ich muss­te geziel­ter vor­ge­hen. »Gehen wir mal nach drau­ßen und schau­en uns die Lage an.« Die Bankdirektorin blieb im Büro, alle ande­ren gin­gen mit nach drau­ßen. 50 Meter neben der Sparkasse stand ein Fahrrad an einem Baum. »Ist das Ihr Rad?« Der Verdächtige nick­te. Im glei­chen Moment kam ein Polizist mit einem Bolzenschneider hin­zu. »Gehen Sie bit­te mal auf die Seite. Ich soll das Schloss kna­cken, damit wir das Rad sicher­stel­len kön­nen.« Ich schüt­tel­te den Kopf. »Das kön­nen Sie sich spa­ren, hier liegt ein Irrtum vor. Das ist nicht der Täter.«

Frage: Was war Reiner Palzki aufgefallen?

Das letzte Mahl

Cover Das letzte Mahl

Palzkis 20. Fall (Neuerscheinung März 2021)

Vegetarier ster­ben frü­her – Mord auf dem Pfalzmarkt

Eine mör­de­ri­sche Idylle im Gemüsegarten Vorderpfalz – und Kommissar Palzki mittendrin …

Ausgerechnet in der Vorderpfalz, Deutschlands größ­tem Gemüsegarten, stirbt eine Landwirtin wäh­rend eines von ihr zube­rei­te­ten Abendessens durch den Verzehr von gif­ti­gen Zucchini. Weitere Teilnehmer des Essens über­le­ben schwer­ver­letzt, nur der eben­falls anwe­sen­de Kommissar Palzki, der eine gene­rel­le Abneigung gegen Grünzeug aller Art hat, über­lebt unbeschadet.

Schnell wird ihm klar, dass es zahl­rei­che Verbindungen zum Pfalzmarkt in Mutterstadt geben muss, der zu den größ­ten Gemüseerzeugern Europas zählt. Die Ermittlungen neh­men eine über­ra­schen­de Wendung, als vor Palzkis Augen mit­ten in der Nacht neben einem Erntehelfer-Containerdorf ein Lkw-Fahrer erschos­sen wird, der eine Gemüselieferung zum Pfalzmarkt brin­gen wollte.

Kurz dar­auf ent­deckt Palzki im Keller der ver­stor­be­nen Landwirtin ein Labor, in dem Versuche mit gen­ver­än­der­tem Gemüse durch­ge­führt wer­den. Und dann taucht an den Tatorten auch noch eine suspek­te, selt­sam geklei­de­te Person auf, die heim­lich Fotoaufnahmen mit einem Teleobjektiv macht …

Weitere Informationen und Leseproben unter dem Menü Bücher.

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